CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion, also eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zähnen. Typisch sind Schmerzen im Kiefer, Knacken beim Öffnen, morgendliche Verspannungen oder abgenutzte Zähne durch nächtliches Knirschen.
Der zahnärztliche Teil der Behandlung besteht aus einer Funktionsdiagnostik und, wenn sinnvoll, einer individuell angefertigten Schiene. Häufig ist zusätzlich Physiotherapie sinnvoll, mit der wir zusammenarbeiten.
Die häufigsten Anzeichen betreffen den Kiefer selbst: Schmerzen beim Kauen oder Gähnen, ein Knacken oder Reiben im Gelenk, eine eingeschränkte Mundöffnung oder das Gefühl, dass der Biss nicht mehr stimmt. Viele bemerken auch morgens einen verspannten Kiefer.
Wenn sich der Mund plötzlich kaum noch öffnen oder schließen lässt, der Kiefer nach einem Unfall schmerzt, eine deutliche Schwellung auftritt oder die Beschwerden rasch zunehmen, sollten Sie die Ursache zeitnah zahnärztlich oder ärztlich abklären lassen. Rufen Sie uns in diesem Fall gerne direkt an.
Wichtig: Beschwerden wie Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder Ohrgeräusche können mit einer CMD zusammenhängen, sie haben aber häufig andere Ursachen. Deshalb versprechen wir hier nichts, sondern klären zuerst ab, ob der Kiefer überhaupt beteiligt ist. Wenn nicht, sagen wir Ihnen das und empfehlen die passende Anlaufstelle.
CMD-Beschwerden haben häufig nicht nur eine Ursache. Eine Rolle spielen können unter anderem eine Überlastung der Kaumuskulatur, Knirschen oder Pressen, Stress, Verletzungen und, in bestimmten Fällen, Veränderungen an Zähnen, Zahnersatz oder Biss. Bei manchen Menschen können anhaltende oder wiederholte Belastungen das Zusammenspiel beeinträchtigen, häufig wirken dabei mehrere Faktoren zusammen.
Weil selten nur ein Faktor verantwortlich ist, reicht selten auch nur eine einzelne Maßnahme. Genau deshalb sehen wir uns im ersten Schritt das ganze Bild an, statt gleich zu behandeln.
Am Anfang steht kein Gerät, sondern ein Gespräch. Wann treten die Beschwerden auf, wie lange schon, was macht sie besser oder schlechter. Erst danach untersuchen wir.
Wir fragen nach Beschwerden, Belastungen, Schlaf, Stress und früheren Behandlungen. Vieles ergibt sich schon hier.
Wir tasten Kiefergelenke und Kaumuskulatur ab, prüfen die Beweglichkeit, messen die Mundöffnung und schauen uns an, wie die Zähne aufeinandertreffen und wo sie abgenutzt sind.
Wenn der Befund es erfordert, ergänzen wir die Diagnostik. Was dabei sinnvoll ist, besprechen wir vorher mit Ihnen, einschließlich der Kosten.
Sie erfahren, was wir gefunden haben, ob eine CMD vorliegt und welche Schritte wir empfehlen. Auch, wenn die Ursache woanders liegt.
Eine individuell angefertigte Schiene ist eine häufig eingesetzte zahnärztliche Maßnahme bei CMD und Zähneknirschen. Sie wird meist nachts getragen.
Sie soll Kiefergelenke und Kaumuskulatur entlasten und schützt die Zähne vor den Folgen des Knirschens. Sie kann Beschwerden lindern, behebt aber nicht automatisch alle beteiligten Faktoren.
Eine Schiene ist keine Konfektionsware. Sie wird nach Abdruck oder Scan im Labor gefertigt und anschließend in der Praxis eingepasst.
Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Sitz und Funktion der Schiene zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Die Abstände richten sich nach Ihrem Verlauf.
Eine Schiene lässt sich jederzeit wieder weglassen. Behandlungen, bei denen Zähne beschliffen, Zahnersatz eingesetzt oder Zähne bewegt werden, lassen sich dagegen nicht rückgängig machen. Solche Schritte kommen erst infrage, wenn sich gezeigt hat, dass die Beschwerden tatsächlich damit zusammenhängen, und nicht als erster Versuch.
Am Kiefer hängen Muskeln, Nacken und Haltung mit dran. Deshalb ist bei CMD häufig eine Kombination sinnvoll: der zahnärztliche Teil bei uns, die muskuläre und manuelle Behandlung bei einer Physiotherapiepraxis. Wir behandeln nicht alles selbst, sondern das, was zahnärztlich sinnvoll ist, und stimmen uns mit den Behandelnden ab.
Funktionsdiagnostik, Schienentherapie und die Kontrolle von Zähnen und Bisssituation. Eingriffe an Zähnen oder Zahnersatz nehmen wir nur vor, wenn sich deren Beteiligung gezeigt hat, nicht vorsorglich. Die Kontrollabstände richten sich nach Ihrem Verlauf.
Manuelle Behandlung von Kiefer-, Nacken- und Schultermuskulatur, Übungen für zu Hause, Einbezug der Haltung. Dafür arbeiten wir mit Praxen zusammen, die darauf eingestellt sind.
Bewusst gegensteuern, wenn Sie tagsüber pressen, Wärme anwenden, den Kiefer entlasten sowie auf Schlaf und Stress achten. Solche Maßnahmen können die Behandlung im Alltag unterstützen.
Nicht alles bei CMD ist eine Privatleistung, das wird oft angenommen. Bei entsprechendem Befund können die klinische Untersuchung und bestimmte Aufbissschienen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Weitergehende funktionsanalytische Untersuchungen und besondere Schienenarten werden häufig privat abgerechnet. Welche Leistungen in Ihrem Fall übernommen werden, klären wir vor Behandlungsbeginn.
Die klinische Untersuchung von Kiefergelenk und Kaumuskulatur sowie bestimmte Aufbissschienen können bei entsprechendem Befund zum Leistungskatalog gehören.
Umfangreichere Vermessungen des Kiefergelenks sind in der Regel keine Kassenleistung und auch nicht in jedem Fall nötig. Wir schlagen sie nur vor, wenn sie für Ihre Behandlung tatsächlich einen Unterschied macht, und sagen Ihnen vorher, was sie kostet.
Physiotherapie kann bei entsprechender Indikation auch zahnärztlich verordnet werden, nicht nur ärztlich. Umfang und mögliche Zuzahlungen richten sich nach der Verordnung und Ihrem Versicherungsstatus.
Vor allem, was privat anfällt, besprechen wir mit Ihnen, bevor es entsteht. Sie erhalten dafür einen schriftlichen Kostenplan.
Bei entsprechendem Befund können die klinische Untersuchung des Kiefergelenks und bestimmte Aufbissschienen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Weitergehende Funktionsanalysen und besondere Schienenarten werden häufig privat abgerechnet. Was in Ihrem Fall anfällt, sagen wir Ihnen vor der Behandlung, bei privaten Anteilen erhalten Sie einen schriftlichen Kostenplan.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei entsprechender Indikation bestimmte Untersuchungs- und Schienenleistungen. Weitergehende Funktionsanalysen oder besondere Schienenarten können Privatleistungen sein. Welche Regelung für Sie gilt, hängt vom Befund, der geplanten Versorgung und Ihrem Versicherungsverhältnis ab.
Es gibt nicht die eine beste Therapie, weil CMD unterschiedliche Formen und Ursachen haben kann. Je nach Befund kommen Aufklärung und Selbstmaßnahmen, eine Schiene, Physiotherapie, eine vorübergehende Schmerzbehandlung oder eine Kombination dieser Schritte infrage. Nicht umkehrbare Maßnahmen stehen dabei nicht am Anfang.
Wie schnell sich Beschwerden bessern, hängt von ihrer Ursache, Dauer und Ausprägung sowie von der gewählten Behandlung ab. Manche Menschen bemerken früh eine Entlastung, bei anderen ist eine längere Begleitung notwendig. CMD-Beschwerden können außerdem wiederkehren, insbesondere wenn Knirschen, Pressen oder anhaltende Belastungen beteiligt sind. Die Kontrollabstände legen wir deshalb nach dem individuellen Verlauf fest.
Eine Knirscherschiene dient vor allem dazu, die Zähne vor Abnutzung zu schützen. Bei einer CMD-Behandlung wird die Schiene zusätzlich nach dem funktionellen Befund geplant und eingestellt, um Kiefergelenke und Kaumuskulatur möglichst zu entlasten. Welche Bauart sinnvoll ist, hängt vom Befund ab.
In der Regel ja, zumindest in der Anfangsphase, weil die Entlastung nur bei regelmäßigem Tragen wirkt. Wie lange und wie konsequent Sie die Schiene tragen sollten, besprechen wir nach dem Befund. Zwischendurch kontrollieren wir den Sitz und passen die Schiene an, wenn nötig.
Ja, dauerhaftes Knirschen und Pressen kann Zahnschmelz abtragen, Zähne empfindlich machen und Füllungen, Kronen oder Implantate belasten. Ob eine Schiene zum Schutz sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß der Belastung und den erkennbaren Schäden ab und wird bei der Untersuchung beurteilt.
Erste Anlaufstelle ist häufig eine Zahnarztpraxis mit Erfahrung in der Funktionsdiagnostik, weil Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Zähne zusammen beurteilt werden müssen. Je nach Befund können Physiotherapie sowie eine ärztliche Abklärung weiterer möglicher Ursachen hinzukommen.
Alles, was den Kiefer zusätzlich belastet: häufiges Kaugummikauen, harte oder sehr zähe Speisen in der akuten Phase, das Aufstützen des Kinns und bewusstes Zusammenbeißen der Zähne. Achten Sie außerdem tagsüber darauf, dass die Zähne locker auseinanderstehen, sie berühren sich normalerweise nur beim Kauen und Schlucken. Auch eine dauerhaft ungünstige Kopfhaltung, etwa am Bildschirm, kann die Beschwerden verstärken.
Das kann sein, muss aber nicht. Solche Beschwerden haben häufig andere Ursachen, deshalb versprechen wir hier nichts. Wir klären zuerst ab, ob der Kiefer beteiligt ist. Ergibt die Untersuchung keinen Hinweis darauf, sagen wir Ihnen das und empfehlen Ihnen, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.
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